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Radiologische Therapie von Durchblutungsstörungen


Beckenarterie
Hochgradige Einengung der Beckenarterie vor der Aufdehnung.

Durchblutungsstörungen machen sich sehr häufig in Form der sogenannten »Schaufensterkrankheit« bemerkbar. Hierunter versteht man Schmerzen, die nach einer bestimmten Gehstrecke in den Oberschenkeln oder Waden auftreten und nach dem Stehenbleiben wieder verschwinden. Ursache dieser Beschwerden sind zumeist Einengungen an den Becken-, Oberschenkel- oder Knieschlagadern. In einem in den 60er Jahren entwickelten und seither hinsichtlich Technik und Material ständig weiter verfeinerten Verfahren ist es möglich, auch bei einem vollständigen Verschluß des Gefäßes die Durchblutung wieder herzustellen.

Die prinzipielle Vorgehensweise ist bei allen Erscheinungsformen, die dieses Therapieverfahren inzwischen gefunden hat, anfangs gleich. Wie bei der DSA wird unter örtlicher Betäubung über eine Leistenarterie ein Katheter bis zu der betroffenen Stelle vorgeschoben.Danach kommt eine der folgenden Verfahrensweisen zur Anwendung:
1. Ein an der Katheterspitze befindlicher, dem Durchmesser des Gefäßes angepaßter Ballon wird unter Durchleuchtungskontrolle bis zu dem eingeengten oder verschlossenen Bereich vorgeschoben und dort per Hand »aufgepumpt«. Auf diese Weise weitet der Ballon das Gefäß auf einen wieder normalen Durchmesser, ohne es zu verletzen.
Dies ist das gebräuchlichste Verfahren.
2. Bei akuten Gefäßverschlüssen ist es möglich, ursächliche Blutgerinnsel durch Injektion eines Medikamentes aufzulösen. Dieses Verfahren eignet sich allerdings nur bei sehr frischen Blutgerinnseln, d.h. je kürzer der Zeitraum seit Beginn der Beschwerden ist, desto erfolgversprechender ist diese Maßnahme.
3. Einen stetig zunehmenden Anteil an Gefäßbehandlungen auch im ambulanten Bereich bildet das Einsetzen einer Gefäßstütze (sogenannter Stent). Hierbei wird ebenfalls mittels eines Katheters unter örtlicher Betäubung ein Drahtgitter in das betroffene Gefäß eingesetzt. Der Stent kann eine erneute Einengung oder einen Verschluß verhindern. Aufgrund der sehr guten Verträglichkeit hat sich die Stenteinlage zu einem Standardverfahren insbesondere bei Stenosen in den Beckenarterien entwickelt.

Alle drei beschriebenen Verfahren können bei uns ambulant durchgeführt werden. Gegebenenfalls verlegen wir Patienten nach der Maßnahme sicherheitshalber zu einer 24-stündigen Überwachung in ein Krankenhaus.
Die Möglichkeit zu einer ambulanten Behandlung besteht außer bei Durchblutungsstörungen der Beine auch bei bestimmten Durchblutungsstörungen der Arme (sogenannten Subklavia-Stenosen). Demgegenüber muß die Behandlung von therapiebedürftigen Veränderungen an den Hals- und Nierenschlagadern stationär erfolgen.

Weitere Informationen zu diesem Thema:
Gefäß-Durchblutungsstörungen
Gefäßerkrankungen
Gefäßuntersuchung
Varikozele

 

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