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Myocardszintigraphie
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Myocardszintigraphie, koronare (oben) und transversale (unten) Schnittführung der Untersuchung |
Herz-Kreislauferkrankungen, insbesondere in Form der koronaren Herzerkrankung (Verengung der Herzkranzgefäße und dadurch ausgelöste Durchblutungsstörungen des Herzmuskelgewebes), nehmen innerhalb der Bevölkerung stetig zu.
Mit der Myocardperfusionsszintigraphie steht eine nichtinvasive (»unblutige«) und für den Gesamtorganismus schonende Methode zur Untersuchung der Durchblutungsverhältnisse des Herzmuskelgewebes sowohl in Ruhe als auch unter Belastungsbedingungen zur Verfügung.
Die Belastungsuntersuchung ähnelt in der Durchführung dem Belastungs-EKG. Zur bildlichen Darstellung des Herzmuskelgewebes werden Technetium-99m-markierte Moleküle (z.B. MIBI oder Tetrofosmin) injiziert, die sich entsprechend den lokalen Durchblutungsverhältnissen im Herzmuskelgewebe anreichern. Die dreidimensionale Rekonstruktion der Bilder nach Durchführung der Untersuchung mit Hilfe einer Gammakamera gewährleistet die Darstellung selbst geringfügiger
Durchblutungsstörungen und auch kleiner abgelaufener Herzinfarkte, die sich mit anderen Untersuchungsmethoden nicht immer sicher erkennen lassen.
In nüchternem Zustand wird eine Fahrradergometrische Belastung (wie bei Belastungs-EKG) durchgeführt und direkt anschließend werden 400 MBq 99m-Technetium Tetrophosmin intravenös appliziert. Direkt anschließend muß fettreich gefrühstückt werden. Ca. 30 bis 45 Min. nach der ersten Injektion werden dann szintigraphische Aufnahmen von ca. 20 Min. Dauer durchgeführt.
Unter Ruhebedingungen wird entweder direkt im Anschluß oder zu einem späteren Zeitpunkt (neuer Untersuchungstermin) erneut eine Injektion von 400 bis 800 MBq 99 M-Technetium Tetrophosmin intravenös gegeben und erneut 30 bis 45 Min. nach der Injektion eine Aufnahme von ca. 20 Min. Dauer durchgeführt.
Die wichtigsten Anwendungsgebiete der Myocardszintigraphie sind
die Abklärung
bei Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung (KHK)
bei Verdacht auf eine Entzündung des Herzmuskelgewebes
Verlaufskontrollen
nach Ballondilatation der Herzkranzgefäße
nach Bypass-Operation.
Bei regelrechter Durchführung der Untersuchung und optimalen Untersuchungsbedingungen werden mit der Myocardszintigraphie etwa 96% der Durchblutungsstörungen des Herzens erkannt.
Eine weitere nuklearmedizinische Untersuchung ist die Radionuklidventrikulographie. Hierbei kann mit Hilfe radioaktiv (Technetium-99m) markierter körpereigener roter Blutkörperchen die Pumpfunktion des Herzens sowohl in Ruhe als auch unter Belastung beurteilt werden.
Ausschließlich die Myocardszintigraphie muß in nüchternem Zustand durchgeführt werden.
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