 |
|
Strahlentherapie physikalische und technologische Grundlagen
Röntgenstrahlen sind kurzwellige, elektromagnetische Wellen, die in Gewebe und sogar in feste Gegenstände eindringen können. Sie wurden vor mehr als 100 Jahren von Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt. Bereits kurze Zeit später fand man heraus, daß diese Strahlen bei entsprechend hoher Dosis die Fähigkeit
besitzen, die Zellen des Körpers zu verändern, und machte sich diese Erkenntnis bei der Therapie von Tumorerkrankungen zunutze. Der Nachteil der Röntgenstrahlen ist jedoch ihre relativ niedrige Energie und die damit entsprechend geringe Eindringtiefe in den Körper. Auch läßt sich wegen der unübersichtlichen Streuung der Röntgenstrahlen die Dosisverteilung im Körper nur sehr ungenau steuern. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technologie hat
die Effizienz der Strahlentherapie erheblich gesteigert.
Mit Hilfe moderner Linearbeschleuniger sind wir heute in der Lage, verschiedene Arten von Strahlen mit sehr hoher Energie zu erzeugen, die auch tiefer in den Körper eindringen. Durch die Entwicklung und Perfektionierung bildgebender Verfahren wie der Computer- und der Kernspintomographie ist zudem eine außerordentlich präzise Behandlungsplanung möglich, so daß die Strahlen mit großer Konzentration auf das Tumorgewebe gerichtet werden. Angrenzende Gewebepartien
oder die auf dem Weg zur Geschwulst durchstrahlten Gebiete werden weitgehend geschont.
Moderne Linearbeschleuniger sind hochentwickelte und technisch äußerst kompliziert aufgebaute Geräte. Zu unserem Team zählen deshalb auch mehrere Physiker, die unter anderem die Aufgabe haben, das Gerät jeden Tag vor Inbetriebnahme durch umfangreiche Messungen zu prüfen. Darüber hinaus ist der angeschlossene Rechner so programmiert, daß er eine Bestrahlung nur dann freigibt, wenn die eingegebenen Werte, wie zum Beispiel die Größe und Form
des Bestrahlungsfeldes oder der Bestrahlungswinkel, mit den geplanten und gespeicherten Werten übereinstimmen. Bereits geringe Abweichungen würden sofort das Abschalten des Gerätes auslösen, so daß es praktisch unmöglich ist, einen Patienten falsch zu bestrahlen. Das unwahrscheinliche, aber dennoch mögliche Restrisiko, daß es zum Beispiel durch die Namensgleichheit zweier Neupatienten zu einer Verwechslung kommen kann, schließen wir durch Polaroidfotos
aus. Diese werden von jedem Patienten zu Beginn der Behandlung am jeweiligen Standort aufgenommen und der Krankenakte beigefügt.
 |
 |
 |
Der Multileafkollimator bietet zusätzlichen Schutz für das gesunde Gewebe.
|
Als zusätzliche Schutzmaßnahme für das gesunde Gewebe sind unsere Bestrahlungsgeräte mit sogenannten Multileafkollimatoren ausgestattet. Diese kann man sich ähnlich wie eine Blende vorstellen, die aus unzähligen einzeln beweglichen Lamellen besteht. Computergesteuert läßt sich damit die Feldform der abgegebenen Bestrahlung sehr genau an die unregelmäßige Form des Tumorgewebes anpassen, so daß die Strahlung mit maximaler Zielgenauigkeit
auf das Zielvolumen gerichtet werden kann.
Weitere Informationen zu diesem Thema:
Strahlentherapie - Allgemeines
Strahlentherapie - Grundlagen
Strahlentherapie - Ablauf
Strahlentherapie - Wirkung
Während der Strahlentherapie
Strahlentherapie - Begleiterscheinungen
Tumore
Bestrahlung
Chirurgische Eingriffe
Chemotherapie
Alternative Therapien
Onkologie
Unsere Informatiosbroschüre zum Thema:
»Moderne Strahlentherapie«
Fenster schließen nach oben
|
 |